Andacht 2010/09

Mein Herr hält mich geborgen in seiner Hand.
Er hat mich zu einem Pfeil gemacht und in seinem Köcher versteckt.
Jesaja 49,2
 
Der Prophet Jesaja hatte eine schwere Aufgabe an dem Volk Israel zu erfüllen. Er sollte es zur Umkehr zu Gott zurück führen. Dazu trat er plötzlich und mit energischen Worten auf. Diese wirkten oft wie ein scharfer Pfeil. Für Jesaja war danach der Schutz Gottes, weil man ihn töten wollte, lebensnotwendig. Auf der Flucht versteckte ihn Gott wie einen Pfeil in einem Köcher.
Nichts ist auch für uns heute so sicher wie die Geborgenheit, die entsteht, wenn Gott seine Hand über unserem Leben hält.
Geborgenheit - was ist das überhaupt? Ein Ausdruck, der als unübersetzbar gilt. In vielen Sprachen gibt es dieses Wort nicht einmal. Genau aus diesem Grund wurde das Wort „Geborgenheit" 2004 von einer Slowakin im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs als Vorschlag für das schönste Wort der deutschen Sprache eingereicht. Ihre Begründung war, dass dieses so wichtige und bedeutsame Wort in ihrer Sprache fehle.
 
Im Grunde genommen sehnt sich jeder Mensch nach Geborgenheit. Bereits das ungeborene Leben im Mutterleib erfährt eine Art Geborgenheit. Die Wärme und die selbstverständliche Versorgung, die das Babys wahrnimmt, wird als Grunderfahrung im Gehirn abgespeichert. Damit ist das Bedürfnis eines jeden Menschen, geliebt und beschützt zu werden ganz existenziell.
 
In einem Lied, das der König David dichtet, lesen wir: „Schenke mir Geborgenheit wie ein Haus, in das ich jederzeit kommen kann.“ Damit drückt er aus, woher diese Geborgenheit, nach der wir uns so sehnen, kommt. Gott will sie uns schenken. Er möchte die Antwort auf dieses tiefe Bedürfnis sein, das er selbst in unser Herz hineingelegt hat.
 
Aber der Gott der Bibel zwingt sich niemandem auf. Er lässt uns die Freiheit, von uns aus zu ihm zu kommen. Er will, dass wir uns entscheiden, ob wir in das Haus des Reiches Gottes eintreten wollen oder nicht. Wir können versuchen, unsere Sehnsucht nach Geborgenheit durch Angebote unserer Welt zu stillen, doch wahre Geborgenheit werden wir nur erleben, wenn wir uns zu Gott hinwagen. Die Tür in Gottes Geborgenheit ist offen, es liegt an uns, ob wir einzutreten.
 
Euer Helmut
, 2012
Elim Gemeinde Zwickau